Grün-Töne

„Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit,

und diese ist grün.“

 

Hildegard von Bingen

Es grünt so grün und verkündet: Ich bin das Leben. Ich bin stark. Ich will wachsen und gedeihen, in Gelassenheit und Konsequenz. Ausdauernd komme ich immer wieder. Ich bin die Farbe der Mitte. In meiner vollendeten Neutralität zwischen allen Extremen erfolgt durch mich eine Konzentration auf das Wesentliche. Ich verbinde Himmel und Erde, Yin und Yang, zu einer sanften, nachgiebigen und zugleich kraftvollen Energie.

Sind wir bereit dieser Energie in unserem Leben einen Raum zu geben und was würde das bedeuten?

(Fortsetzung folgt)

Das Allermeiste ist in größter Ordnung!

Heute morgen in der S-Bahn las jemand neben mir eine kostenlose Zeitung. Ich warf einen Blick darauf und mir wurde übel – eine Schreckensmeldung neben der anderen: Messerstechereien, Vergewaltigung, Mord, Totschlag, usw. Diese Nachrichten machen etwas mit den Menschen, die sie (immer wieder) lesen! Wir sollten anfangen kritischer damit umzugehen, denn das alles ist nur ein kleiner Ausschnitt der Wirklichkeit und nicht DIE Wahrheit!

„Versuchen Sie, wenn Ihr Geist in Unordnung gerät, sich auf Dinge zu fokussieren, die in Ordnung sind und dadurch kommen Sie selber wieder in Ordnung. Das ist der Trick mit dem Bewusstsein. Das was Sie fokussieren, repliziert sich bei Ihnen X-Fach“.

Dr. Daniele Ganser

Gesamter Vortrag:

 

Herbst

Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab.

Bald sinkt’s von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu –
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.

Christian Morgenstern (1871-1914)

Über Geben, Erwartungen und Vertrauen

Ein inspirierender Artikel von Hannes Treichl – anders|denken

„Im Seva Cafe ist jedes Essen ein Geschenk.

Stell dir ein Restaurant vor, in dem es keine Preise gibt. Nicht auf der Speisekarte, nicht auf der Rechnung. Nur irgendwo diesen Hinweis: „Dein Essen war ein Geschenk von jemandem, der vor dir da war. Wir laden dich ein, das Essen eines Gastes zu bezahlen, der nach dir kommt.“

Im Seva Cafe bezahlen wir nicht für unser Essen. Es ist ein liebevoll zubereitetes Geschenk der Menschen, die das Restaurant betreiben; finanziert geschenkt von Gästen, die schon gestern hier waren. Die Idee dahinter: Geben in seiner ursprünglichen Bedeutung leben und erlebbar machen; Teil „des großen Ganzen“ zu sein. Nehmen und geben – ohne Erwartungshaltung an eine direkte Gegenleistung.

Seit über einem Jahrzehnt ist das Seva Cafe in Ahmedabad (Indien) ein Experiment, das auf Vertrauen basiert … und gerade deshalb blendend funktioniert; nicht nur in in Ahmedabad sondern auch in anderen Städten wie Mumbai, London oder Los Angeles.

Es funktioniert, weil Freude und Vertrauen zu gemeinschaftlichem Denken führen, das Menschen verbindet – während jede Ich-zentrierte Transaktion isoliert.

Wenn wir jemandem unsere Zeit, Anerkennung, Aufmerksamkeit oder ein Lächeln schenken. Wenn wir für jemanden da sind, eine Nachricht schreiben oder zum Geburtstag gratulieren. Wenn wir jemandem weiterhelfen, Empfehlungen abgeben oder unsere Erfahrungen über unsere Blogs teilen:

Wir sollten all das ohne jegliche Erwartung an eine direkte Gegenleistung tun; weil Erwartungen an andere häufig zu Enttäuschung führen.

In dem Zustand verschließen wir uns davor, offen für jene Momente zu sein, in denen ein Vielfaches dessen, was wir gegeben haben, von ganz anderer Seite zurück fließen will.“

Der Unterschied zwischen Helfen und Dienen

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„In recent years the question how can I help? has become meaningful to many people. But perhaps there is a deeper question we might consider. Perhaps the real question is not how can I help? but how can I serve?“

Rachel Naomi Remen

Zu diesem Thema hier ein interessanter Blogartikel (in englischer Sprache) von Lissa Rankin:

„This post is hard for me to write because it shines light on one of the core patterns I’ve spent years in therapy and years in prayer trying to break—the Savior Complex. For those of you who are familiar with the drama triangle, you know that drama tends to erupt whenever we inhabit any of three roles—the victim, the martyr, and the perpetrator. Here’s how the triangle tends to go—someone perceives herself as the victim, and she blames the perpetrator for her plight, feeling helpless, disempowered, hurt and angry. Then the martyr swoops in to save her; only this rescuing pattern stems from pity for the victim, not true compassion. It boosts the ego of the martyr, fluffing up the martyr’s feelings of self-worth, because, at the core, the martyr doesn’t feel whole and worthy unless she’s rescuing. Over time, the martyr gives and gives until she’s depleted and then she gets resentful because she has been rescuing others at the expense of her own self-care. Then she lashes out at the victim, becoming the perpetrator to the very victim she sought to help. Or she gets sick or depressed or financially depleted, demonstrating that she has perpetrated her own body or her own mental health or her own bank account. The martyr has now become the victim.

Nobody wins. If you play any of the three roles in the drama triangle, you will inevitably play all three.

But the drama triangle is vastly different than pure service. Pure service stems from a recognition of the Oneness in all of us and emerges from compassion, not pity. It recognizes that if one cell in the human family is suffering, the whole body is at risk. It doesn’t arise from underlying feelings of unworthiness or a “not enough” wound. Pure service doesn’t judge anyone as broken or see them as inferior to you. Pure service recognizes and tends the wholeness in everyone. It arises like a rush of “Shakti” (life force energy) and leaps you out of the chair to go serve your fellow human being. Pure service serves the giver as much as the recipient of the service. It blesses the giver with the feeling of deep fulfillment which arises when you know you are being used as a vessel of Divine love in the world. Rather than depleting you and leaving you feeling resentful, pure service may even energize you, leaving you feeling even more full because the Shakti that has flowed through you to bless the service fills you at the same time that you’re serving others.

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Das Theater des Guten und des Bösen

Anläßlich der Geschehnisse in Nizza, Frankreich und obwohl dieser Anschlag wohl eher die Tat einer verwirrten Einzelperson war, möchte ich das Statement von Eduardo Galeano, Schriftsteller und Journalist aus Uruguay, teilen, das nach den Attentaten in New York City und Washington DC am 11. September 2001 in La Jornada, Mexico erschienen ist:

„Im Kampf des Guten gegen das Böse ist es immer das Volk, das die Toten stellt.

Die Terroristen haben in New York und Washington ArbeiterInnen aus fünfzig Ländern getötet, im Namen des Guten gegen das Böse. Und im Namen des Guten gegen das Böse schwört Präsident Bush Rache. „Wir werden das Böse auf dieser Welt auslöschen,“ kündigt er an.

Das Böse auslöschen? Was wäre das Gute ohne das Böse? Nicht nur die religiösen Fanatiker brauchen Feinde, um ihren Wahnsinn zu rechtfertigen. Auch die Waffenindustrie und der gigantische Militärapparat der Vereinigten Staaten brauchen Feinde, um ihre Existenz zu rechtfertigen. Gute und Böse, Böse und Gute: die Akteure wechseln die Masken, die Helden werden zu Monstern und die Monster zu Helden, so wie es diejenigen, die das Drehbuch schreiben, verlangen.

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Von der Krise zur Transformation – Von der Raupe zum Schmetterling

Veröffentlicht mit der freundlichen Genehmigung von Mirjam Luthe-Alves (www.dankbar-leben.org)

„Wenn Sie Schmetterlinge lieben, sollten Sie nicht auf Raupen treten!“
Elisabet Sahtouris, Biologin

Die Raupe ist ein gieriger, destruktiver Konsument von grünen Blättern, denn sie frisst ein mehrfaches ihres Gewichtes. Sie frisst sich ein übermässiges Polster an und hängt sich anschliessend zum Schlafen auf, so dass sich ihre Haut langsam in eine gehärtete Puppe (Kokon) verwandeln kann. Sie begibt sich in eine Phase der Metamorphose, um ihr bisheriges Leben aufzugeben und dann als Schmetterling wiedergeboren zu werden.

Abgeschieden von der Umwelt, beginnt ihre innere Struktur zu zerfallen. Die Organe der Puppe lösen sich auf, existieren nicht mehr in der bisher bekannten Form. Aus der Perspektive der Raupe ist dies eine Katastrophe, droht hier doch ihr Untergang: Die klare Einteilung von Zuständigkeiten, die Arbeitsteilung etwa zwischen Bewegungsmuskulatur, Kreislauforganen und Verdauungssystem, all das gibt es dann nicht mehr. Die Krise wird lebensbedrohend. Und in dieser Krise hinein bilden sich nun – geleitet von tiefen inneren Wissen – sogenannte Knospenzellen, um die herum die neue Ordnung entsteht. Immer neue Zellen lagern sich an die Knospe an, verbinden sich zu neuen Strukturen – neuen Organellen -, aus denen wieder ganz neue Organe erstehen.

Das Alte führt eine Zeitlang noch eine Parallel-Existenz neben dem Neuen. Und dies ist für die spätere Existenz des Schmetterlings unabdingbar: Es ist die Aufgabe der Raupe, das Leben zu bewahren, indem ihr eigener Körper die Nahrung für die neuen Zellen bildet.

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Einfach Mensch Sein

 

Hör auf, ein Christ zu sein. Hör auf, ein Moslem zu sein. Hör auf, ein Jude zu sein. Hör auf, ein Atheist zu sein. Hör auf, ein Chinese zu sein. Hör auf, ein Österreicher, Deutscher, Amerikaner, Russe zu sein. Hör auf, Parteimitglied zu sein. Folge niemandem nach … und sei, was du ohne all diese Etiketten bist: ein Mensch, einzigartig zwar, aber doch allen anderen Menschen sehr ähnlich. Du willst gut leben und wirst sterben. Du träumst und sehnst dich und liebst und leidest und hast Angst vor dem Tod wie alle anderen auch. Was für einen Sinn hat es, sich das kurze Leben auf dieser unserer gemeinsamen Erde, die ein Stern ist, zur Hölle zu machen?

 

Moreau

 

Beitragsbild: Pixabay

 

Gewissen vs. Bewusstsein

Haben Sie bereits gute Vorsätze für das Neue Jahr? Vergessen Sie sie – alle! Warum ich Ihnen das empfehle? Lesen Sie dazu den folgenden Auszug aus dem Buch „Jetzt oder Nie – Freiheit & Verantwortung. Wie wir leben. Wie wir leben könnten“:

„Eine Frage an Osho: Du sagst, ein Gewissen sei unnötig. Wie entwickelt man aber diese innere Führung, die uns hilft, im Leben die richtigen Entscheidungen zu treffen?

Die Antwort von Osho: Das Gewissen ist wie ein lichtempfindlicher Film, und das Bewusstsein ist wie ein Spiegel. Beide geben die Wirklichkeit wieder, nur: Ein Spiegel hält nie an dem fest, was er spiegelt. Er bleibt leer und behält dadurch die Fähigkeit, immer neue Situationen zu spiegeln. Wenn es Morgen ist, spiegelt er den Morgen. Wenn es Abend ist, spiegelt er den Abend. Der belichtete Film ist die festgehaltene Spiegelung einer Wirklichkeit, die nicht mehr existiert. Wurde der Film am Morgen belichtet, wird auf dem Foto immer dieser Morgen zu sehen sein; es kann nie Nacht werden.

Ein Gewissen zu entwickeln ist unnötig. Nötig ist vielmehr, das Gewissen fallen zu lassen und das Bewusstsein zu entwickeln. Lass alles los, was andere dich gelehrt haben. Beginne, aus deinem Eigenen heraus zu leben, zu suchen und alles zu hinterfragen. Gewiss, am Anfang ist es schwierig, denn du hast keine Landkarte. Im Gewissen war die Karte enthalten. Du wirst dich jedoch ohne Landkarte bewegen müssen, wirst dich hinausbegeben müssen ins Ungewisse, Unerforschte, ohne Wegbeschreibung, Feiglinge können sich nicht ohne Wegbeschreibung bewegen, sie können ohne Landkarten nicht auskommen. Wenn du dich nur mit Landkarten und Wegbeschreibungen bewegst, gelangst du aber nie in neue Territorien, neue Bereiche. Dann gehst du nur im Kreis. Du bewegst dich immer nur im Rahmen des Bekannten. Du machst nie einen Sprung ins Unbekannte. Nur wer mutig ist, kann auf das Gewissen verzichten.

Gewissen bedeutet sämtliches Wissen, das du angehäuft hast. Bewusstsein bedeutet, leer zu sein, vollkommen leer, und sich mit dieser Leere ins Leben hinauszubewegen, aus dieser Leere heraus zu sehen, aus dieser Leere zu handeln. Dann ist dein Handeln von großer Anmut und alles, was du tust, ist richtig. Dann geht es nicht mehr um richtig und falsch, denn was heute richtig ist, kann morgen falsch sein. Und kein geborgtes Wissen kann dir dabei helfen.“

Wie wäre es, wenn Sie das Neue Jahr VOLLKOMMEN LEER anfangen würden? Belasten Sie es nicht gleich zu Beginn mit Ihren guten Vorsätzen! Das wäre doch mal was ganz anderes, oder was meinen Sie? Probieren Sie es einfach mal aus!

Beitragsbild: Uwe Steen / pixelio.de